Die Familie in Deutschland
Familie, Werte und Probleme im Wandel ?
Initiative Niederrheinischer Akademiker e.V.
1. Konzept der Konferenz
Der Modernisierungsprozess hat in den Industriegesellschaften zu einer Veränderung des traditionellen Verständnisses der Familie und ihrer Werte geführt. Diese Entwicklung wird häufig negativ als Verlust von Stabilität und Bindungsfähigkeit von Familien interpretiert. Deutlich ist, dass immer mehr Familien die ihnen zugeschriebenen Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Dieses führt zu Lücken in der Versorgung und Sozialisation der nachwachsenden Generation. Viele staatliche und private Institutionen versuchen die durch diese Lücke entstandenen Probleme zu lösen. Daher ist der Bedarf des Individuums und der Gesellschaft an der Stärkung der Familie nicht gesunken, sondern eher gestiegen.
Eine weitere Veränderung erfolgt durch die wachsende Zahl von Migrationsfamilien vor allem in den Großstädten Westdeutschlands, die zu einem Teil von einheimischen deutschen Familien abweichende Strukturen und Wertorientierungen pflegen. Der seit zwei Jahrhunderten andauernde Modernisierungsprozess und die mit ihr verbundene Migrationsbewegung hat der Familie zwar viele materielle Werte verschafft, aber auch zugleich viele geistige Werte zerstört. Aus dieser Perspektive hat unsere immer schneller säkularisierte Welt die Familie zu einem Thema von globaler Dimension werden lassen.
Die INA-Forschungsgruppe Soziales wird die Konferenz “Die Familie in Deutschland” mit ihren Partnern FID e.V., Rumi-Forum am Rhein e.V., IDIZ e.V. und IKULT e.V. organisieren. Diese Konferenz wird die Möglichkeit bieten, die Institution/Einrichtung Familie und deren Probleme aus den verschiedensten Perspektiven zu betrachten. Das Ziel der Konferenz ist es als erstes den Begriff der “Familie” genauer zu untersuchen. Aus einer sowohl theoretischen als auch empirischen Perspektive betrachtet und aus der Erkenntnis, dass unser Land ein Einwanderungsland ist, in dem viele Kulturen neben – und miteinander leben, steht das Thema Familie mit dem Dialog der Kulturen in einem direkten Zusammenhang. Aus diesem Zusammenhang heraus sollen die Familienwerte (gewonnene wie verlorene) beim Übergang von der Tradition zur Moderne und die gemeinsamen Werte der Familie in Deutschland im Prozess der Globalisierung erörtert werden. So sollen bei der Konferenz im Lichte verschiedener Perspektiven Themen besprochen werden.
2. Themen
2.1 Haupthemen:
1. Anthropologisch – Ethnologisch: Beschreibungen des Familienkonzepts in der Tradition und Moderne Europas und Deutschlands im historischen Kontext
2. Aus sozialogischer Sicht: Differenzierungen von Familien in der Gesellschaft nach sozialen Kategorien
3. Aus Sicht der Religionen: Die Sicht verschiedener Religionen und Konfessionen zum Thema Familie
4. Aus der Sicht des Rechts: Rechtlichen Veränderungen (positive & negative) durch den Modernisierungsprozess und durch die Säkularisierung.
5. Aus ethischer Sicht: Die Bedeutung der Familie in einer Zeit der Veränderung von Werten und die Familie aus der Perspektive des Wertesystems. Welche Werte aus der universalen Werteskala können von der Familie akzeptiert werden ?
6. Aus psychologischer Sicht: Die Familie und die Persönlichkeits-entwicklung des Individuums. Wie wird im heutigen Deutschland die Familie von Individuum wahrgenommen? Wie wird das Individuum von den verschieden Facetten der Familie psychologisch beeinflusst ?
7. Aus Sicht der Bemühungen um den Dialog: Welche Bedeutung gewinnt die Familie im Zusammenhang mit dem Dialog der Kulturen und welche Aufgaben nimmt sie dabei wahr ?
8. Wie sieht die in die Zukunft gerichtete Musterfamilie aus ? Mit welchen idealen Werten und Zuschreibungen wird sie versehen ?
2.2 Mögliche Unterthemen:
- Die “natürlichen” Stützen der Familie und der Gesellschaft
- Familienbezogene Staatspolitik und rechtliche Probleme
- Das Konzept von Familie und Ehe
- Straßenkinder und die Wichtigkeit der Familie
- Eltern, Kinder und Familie
- Islam und Familie
- Christentum und Familie
- Judentum und Familie
- Sexualität und Familie
- Reichtum/Armut und Familie
- Durch die Familie zum Respekt vor dem Leben
- Familienkonzepte in der EU
- Migration und Familie
- Demographische Entwicklung und Familie
- Erziehung/Bildung und Familie
- Wirtschaft und Familie
- Familie aus Sicht der “Frauen-Identität”
- Sozialstaatskonzept und Familie
- Kommunikation in multimedialen Zeitalter und ihr Auswirkungen auf die Familie
- Familienverständnis über die Konzepte von Respekt und Toleranz
- Psychische Erkrankungen und die Familie
3. Wissenschaftlicher Beirat
Prof. Dr. em. Klaus Otte, J.W.Goethe-Universität Frankfurt a.M./ Universität Basel
Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning, Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. Tilman Allert, J.W.Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Dr. Jürgen Nielsen-Sikora, Universität zu Köln
Prof. Dr. Peter Strohmeier, Ruhr-Universität Bochum
4. Abstract und Aufsätze
4.1. Richtlinien zur Einreichung der Aufsätze und deren Auswertung
1. Abstracts (< 300 Wörter) und Autor-Lebensläufe müssen spätestens bis zum 01. Juli 2010 eingegangen sein.
2. Abstracts werden vom wissenschaftlichen Beirat ausgewertet.
3. Die Aufsätze (5000 – 10000 Wörter ohne Literaturverzeichnis) müssen spätestens bis zum 31. August 2010 eingegangen sein.
4. Alle auf der Konferenz präsentierten Aufsätze werden nach der Konferenz als Sammelband veröffentlicht.
5. Der Konferenzkoordinator wird im Falle einer Änderung der Abgabetermine die Teilnehmer benachrichtigen.
6. Abstracts und Aufsätze müssen als E-Mail-Anhang folgende Adresse vorgelegt werden:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
7. Abstracts und Aufsätze müssen vor den relevanten Terminen vorgelegt werden.
8. Abstracts und Aufsätze müssen auf Deutsch und elektronisch mit einem MS Word vereinbaren Format präsentiert werden. Bei sehr seltenen oder spezialisierten Schriftarten werden die Autoren gebeten dies anzuzeigen und/oder eine zugängliche Kopie der verwendeten Schriftart zu liefern.
9. Die Autoren werden gebeten die für die Präsentation ihrer Vorträge erforderliche fachmännische Ausrüstung im Voraus anzuzeigen. Der Konferenzkoordinator wird seinerseits alles tun, um den Anforderungen zu entsprechen.
4.2 Honorar:
Für jeden auf der Konferenz gehaltenen Vortrag wird ein Honorar von 350 € bezahlt. Die Kosten für Unterkunft, Tagungsort und Reise werden übernommen.
5. Ort und Zeit
5.1 Termine
01. Juli 2010: Einreichung Konzepte/Kurzfassungen und Lebensläufe
31. August 2010: Einreichung der Aufsätze
23. September 2010: Konferenztag
5.2 Tagungsort
Das Mutter Haus
Hotel und Tagungszentrum
Geschwister-Aufricht-Str. 1 (ehemalige Alte Landstr. 179)
40489 Düsseldorf – Kaiserswerth
5.3 Anreise/Unterkunft
Für alle Referenten, die außerhalb des Rhein-Ruhr – und Rhein-Sieg – Gebietes anreisen sind ausreichend Zimmer im Hotel Mutter Haus reserviert. Die Kosten trägt der Veranstalter.
6. Unsere Partner
Forum für interkulturellen Dialog e.V. (FID e.V. – Frankfurt a.M.)
Rumi-Forum am Rhein e.V. (Düsseldorf)
Interkulturelles Dialogzentrum e.V. (IDIZ e.V. – Dortmund)
Interkultureller Dialog e. V. (IKULT e.V. – Köln)